Erlebnisreiche Reisen in schöne Regionen!
Unser AWO Ortsverein Harrislee bietet für seine Mitglieder in Kooperation mit bekannten örtlichen Reisebusunternehmen einmal jährlich eine mehrtägige Urlaubsfahrt in die schönsten Regionen Norddeutschlands an. Gäste sind natürlich immer willkommen.
Zu unserem Angebot gehören auch gelegentlich Kur-Reisen mit ein- bzw. zweiwöchentlicher Aufenthaltsdauer.
In angenehmer Atmosphäre reisen wir gemeinsam und haben dabei eine Menge Spaß.
Reisebericht „Rund um Havel und Spree mit der AWO Harrislee“ 2025
Für 2025 hatte sich der Vorstand für eine 5-tägige Busreise unter dem Motto „Rund um Havel und Spree“ entschieden. Wesentliche Teile dieser Tour, insbesondere die Unterbringung im Hotel „Märkischer Hof“ in Luckenwalde, hatten unser 1. Vorsitzender, Wilhelm Jensen, zusammen mit seiner Ehefrau Sonja sowie den AWO Mitgliedern Hanna Petersen und Jaap Verhoef bereits im vergangenen Jahr bei einer Info-Fahrt der Firma Neubauer-Touristik kennen und schätzen gelernt.
Anreisetag
Die Reise begann am Dienstag nach Pfingsten, also am 10. Juni bei regnerischem Reisewetter am Neubauer Betriebshof in Flensburg. Nachdem wir weitere AWO Mitglieder in Harrislee am Albertinenstift aufgenommen hatten, starteten insgesamt 42 Reisegäste mit unserem Busfahrer Lars Kuhnert, gut gelaunt und unternehmungslustig in Richtung Potsdam. Leider mussten am Abend vor Reisebeginn zwei Reiseteilnehmer aufgrund einer akuten Erkrankung noch kurzfristig absagen.
Auf der Raststätte Schaalsee Süd haben wir am Bus ein zweites Frühstück in Form von leckeren Baquette und einer guten Tasse Kaffee eingenommen. Ferner konnten einige auch noch den mitgebrachten Fruchtsekt genießen. Leider setzte zum Zeitpunkt der Frühstückseinnahme aber wieder leichter Regen ein. So bestiegen wir doch zügig wieder den Bus, denn unterwegs hatten wir ja schon starke Regenschauer erlebt und nass werden wollten wir nicht. Wir machten uns also auf, um den Baumkronenpfad in der Spargelstadt Beelitz zu erreichen. Bedingt durch einen Stau auf dem Berliner Ring erreichten wir Beelitz auch genau zur geplanten Ankunftszeit um 14:00 Uhr. Nachdem die Tickets beschafft waren und wir eingelassen wurden, setzte allerdings erneut Regen ein. Einige begaben sich zunächst in das dortige Restaurant, um dem vermeintlichen Regenschauer zu entgehen, andere wiederum begaben sich direkt auf den Baumkronenpfad. Beide Taktiken erwiesen sich aber als falsch, denn wir wurden alle nass. Mit meiner Ansage, dass eine Currywurst immer geht, hatte ich viele mit einem „Janker“ auf Currywurst infiziert. Leider erwies sich die dort tatsächlich angebotene Currywurst als geschmacklich schlecht und viel zu teuer.
Zum Baumkronenpfad in Beelitz ist noch zu erwähnen, dass dieser Pfad in einer Höhe von 23m oberhalb der Baumkronen, über die dem Verfall preisgegebenen Gebäude der ehemaligen Lungenheilstätte Beelitz führt. Das gesamte Areal hat folgende bewegte Geschichte: Beelitzer Heilstätten Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bilden einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg dienten die Beelitz-Heilstätten als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem die Heilstätten teils schwer beschädigt wurden, wurde das Gelände 1945 von der Roten Armee übernommen. Die Heilstätten dienten bis 1994 als das größte Militärhospital der sowjetischen/russischen Armee im Ausland. Nach jahrelangem Stillstand und weiterem Verfall ist es den Gläubigerbanken im März 2008 gelungen, einen Käufer für das Areal zu finden, aber erst nach nochmaligen Verkäufen an private Initiatoren begann seit 2015 die sukzessive Sicherung, Sanierung und neue Nutzung eines Großteils der Gebäude.
Am 11. September 2015 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Frauen- Lungenheilstätte der erste Baumkronenpfad in Brandenburg eröffnet. Er war zunächst 320 Meter lang und wurde 2020 durch einen Rundgang auf über 700 Meter erweitert. Er ist bis zu 23 Meter hoch und überquert die mit Bäumen bewachsene Ruine des 1945 ausgebrannten Gebäudes B IV– es wurde auch „Das Alpenhaus“ genannt. Ein Zugang erfolgt auf 21,6 Meter Höhe von der dritten Plattform des 40,5 Meter hohen Aussichtsturms, dessen oberste Plattform auf 36 Meter Höhe liegt.
Nun machten wir uns, nass wie wir nun mal geworden waren, auf die letzte kurze Etappe zu unserem Hotel „Märkischer Hof“ in Luckenwalde. Hier wurden wir herzlich empfangen, bezogen unsere Zimmer, nachdem alle durch einen kleinen Fahrstuhl die oberen Stockwerke des Gebäudes erreichten, machten uns kurz frisch und trafen uns im modernen, großzügigen Gruppenraum zum Abendessen. Hier wurden wir von der Geschäftsführerin herzlich begrüßt und erhielten ein großartiges Menu in Büfettform bestehend aus: Zwei verschiedene Vorsuppen, Zwei verschiedenen Hauptgerichten (kleine Schweinshaxe und/oder Putengeschnetzeltes) mit Gemüsebeilage und Salat sowie einem leckeren Nachtisch. Zum Abschluss gab es durch das Haus noch einen Klosterbruder (Schnaps aus dem nahegelegenem Kloster Zinna). Nach Beendigung des Abendessens verschwanden doch die meisten direkt in ihre Zimmer, um sich zur Ruhe zu begeben. So ein Reisetag ist doch anstrengend und auch mich haute es relativ schnell aufs Bett, wo ich sofort einschlief.
2. Tag
Am Morgen genossen wir ab 07:15h zunächst ein reichhaltiges Frühstück, um dann um 09:00h unter Leitung des örtlichen Reiseleiters Dietmar Bartsch, zu einer Rundfahrt Richtung Potsdam zu starten. Doch zunächst erkundeten wir mit dem Bus die kleine Stadt Luckenwalde im Teltow-Fläming Kreis (Kfz-Kennzeichen TF) in der ja unser Hotel lag.
Dietmar wusste viel über Luckenwalde zu berichten: Hier gab es ehemals 42 Hut- bzw. Tuchfabriken, die größte Hutfabrik war Fa. Mendelsohn. Wir sahen die Webervorstadt mit den sog. Weberhäusern. Hier gab es früher eine weitere Traditionsfabrik, und zwar Kübel/Rosenbauer ein Spezialist für Feuerwehrausrüstung. Luckenwalde verfügte bereits früh über ein Freibad, in dem der sog. „Zwickel-Erlaß“ galt:
§ 1.
(1) Das öffentliche Nacktbaden ist untersagt.
(2) Frauen dürfen öffentlich nur baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem versehen ist. Der Rückenausschnitt des Badeanzugs darf nicht über das untere Ende der Schulterblätter hinausgehen.
(3) Männer dürfen öffentlich nur baden, falls sie wenigstens eine Badehose tragen, die mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. In sogenannten Familienbädern haben Männer einen Badeanzug zu tragen.
(4) Die vorstehenden Vorschriften gelten nicht für das Baden in Badeanstalten, in denen Männer und Frauen getrennt baden.
Luckenwalde verfügt heute über die Fläming Therme, ein Freizeitbad für die ganze Familie mit Strömungskanal, Reifenrutsche, Turborutsche, Kletternetz, Wasserfall, Kleinkinderwelt, Massagedüsen, Whirlpools, Therapie- und Entspannungsbecken sowie Deutschlands einzige Karpatensauna und eine Weinbrennerei-Sauna. Richtung Berlin befinden sich große Gewerbegebiete, in denen viele Luckenwalder arbeiten. Weitere große Arbeitgeber in Luckenwalde sind das Finanzamt und Kreisverwaltung. Sportlich konnte Luckenwalde früher im Ringen glänzen. Luckenwalde - das war zu DDR-Zeiten der Inbegriff des Ringkampfsports. Dahinter stand die SG Dynamo Luckenwalde. Diese Erfolgsära ist zwar längst Geschichte - aber die Ringkampf-Ära hat auch nach dem Untergang der DDR eine Fortsetzung gefunden. Die einstige Hochburg steht nach den Wendewirren wieder auf einem festen Fundament.
Nach dem Verlassen der Stadt Luckenwalde gab Dietmar uns Informationen über das Land Brandenburg. Hier gibt es sehr viele Feuchtgebiete und es wird überwiegend Mischviehhaltung betrieben. Potsdam ist mit ca. 185 Tausend Einwohnern die Landeshauptstadt Brandenburgs. Die Stadt ist mit ihren zahlreichen Schloss- und Parkanlagen und der bedeutenden Kernstadt als ehemalige Residenzstadt der preußischen Könige bekannt. Sie war in früheren Zeiten eine bedeutende Garnisonstadt. Geplant war nun eine äußere Besichtigung des im englischen Tudorstil aufgebauten Schlosses Cecilienhof. Hier fand bekanntlich im Jahre 1945 die Potsdamer Konferenz (die letzte der Konferenzen der Alliierten während des 2. Weltkrieges) unter Beteiligung von Churchill (England), Stalin (Russland) und Truman (USA)statt. Schloss Cecilienhof wird nicht mehr ständig bewohnt, hat insgesamt 176 Zimmer, doch leider waren wegen Sanierungsarbeiten ausgerechnet die Toiletten geschlossen. Das erzeugte einen gewissen Unmut in unserer Reisegruppe. Da die vom Reiseleiter alternativ angebotene Toilette fußläufig, aber weit ab vom „Schuss“ lag und nur teilweise funktionstüchtig war, mussten einige ihre Notdurft im Schlosspark verrichten.
Mit der 1826/28 durch Friedrich Wilhelm III veranlassten Errichtung der Russischen Kolonie „Alexandrowka“ kam es auch zur Neugründung einer russisch-orthodoxen Gemeinde um die Alexander-Newski-Gedächtniskirche. Fragmente dieser Kolonie konnten wir aus dem Bus heraus noch gut erkennen. Wir fuhren nun vorbei an der Nikolaikirche, dem Palais am Stadtkanal, dem französischen Quartier aus der Zeit der Hugenotten, das erst nach der Wende wieder aufgebaut wurde.
Mittagspause haben wir dann (jeder für sich) im Holländischen Viertel gemacht. Von hier aus sind das Nauener- und das Brandenburger Tor fußläufig zu erreichen. Dieses Viertel wurde 1733 und 1742 geplant und gebaut unter Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig). Wir fuhren vorbei an Dampfmaschinenhaus (die „Moschee" von Potsdam). Im Oktober 1842 ging hier die 81,4 PS starke Dampfmaschine in der „Moschee" erstmalig in Betrieb und ließ den Wasserstrahl der großen Fontäne vor Schloss Sanssouci auf imposante 38 Meter steigen. Weiter ging es nun direkt in den Park Sanssouci, vorbei am Neuen Palais der Dreiflügeligen Anlage mit seinen 200 Zimmern und dem Marmorsaal. Es war stets die Sommerresidenz der Könige von Preußen.
Wir sahen das Belvedere auf dem Pfingstberg, das Drachenhaus, die Orangerie und die alte Galeriewindmühle. Beim Gang durch den Park waren wir nur noch 17 Teilnehmer. Aufgrund des unwegsamen Geländes und der hohen Temperaturen, haben sich die anderen anderweitig verlustiert. Lediglich Elisabeth und Ortrud blieben mit ihren Rollatoren tapfer dabei und ihre Mitreisenden haben sie nach Kräften unterstützt. Zum Schluss fuhren wir vorbei am ehemaligen Bahnbetriebswerk Potsdam. Während der Wiederaufbau nicht explizit als eigenständiges Projekt genannt wird, ist es wahrscheinlich, dass es von den Planungen zur Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn betroffen sein wird. Die tragenden Teile des Daches sind offensichtlich erst kürzlich erneuert worden.
Wir fuhren nun direkt zurück nach Luckenwalde, wo wir gegen 17:30h bei 22° unser Hotel erreichten. Abendessen heute wieder als Menu in Büfettform, bestehend aus: Zwei Vorsuppen, zwei Hauptgerichten (Gulasch od. Putenfleisch auf Orangenbutter) mit Gemüsebeilage und Salat sowie einem leckeren Nachtisch. Als besonderes Getränk des heutigen Abends wählte ich mal ein Southern Comfort / Ginger Ale. Das Getränk schmeckte auch Reiner so gut, dass es für uns in der Hotelbar auch noch einen Absacker in lustiger Runde gab.
3. Tag
Wir genossen wiederum ab 07:15h zunächst ein reichhaltiges Frühstück, um dann um 09:00h mit Lars und unserem Bus zu einer Schlösserrundfahrt mit der MS Charlottenhof ab Anleger „Lange Brücke“ in Potsdam zu starten. Nun zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, denn es herrschte strahlender Sonnenschein. Die Fahrt nach Potsdam und die Beschaffung der Tickets verlief reibungslos. MS Charlottenhof legte pünktlich ab und es war eine interessante Schifffahrt, die einige oben auf dem Sonnendeck und andere unter Deck sehr genossen haben. Bei Lilo und Helga konnte man den Sonnengenuss auf dem Oberdeck sehr gut an den sonnenverbrannten roten Nasen erahnen. Von der Wasserseite sehen viele bekannten Sehenswürdigkeiten (Glienicker Brücke, Nikolaikirche, Schloss Cecilienhof, Casino, Theaterhaus, Heilandskirche Sacrow, Schloss Pfaueninsel) doch ganz anders aus.
Nach ca. anderthalbstündiger Fahrt legte das Schiff gegen 12:30h wieder an der Langen Brücke an und mit unserem Bus machten wir nun eine kurze Fahrt, um in der Königlichen Bäckerei im Krongut Bornstedt eine Tasse Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen. Beides leisteten wir uns aus der Gemeinschaftskasse, die noch reichlich gefüllt war. Das Krongut Bornstedt wird aber offensichtlich nicht mehr regelmäßig betrieben und so gestaltete sich unser Besuch in der Bäckerei ungewöhnlich. Lars, unser Busfahrer, hatte – während wir mit dem Schiff fuhren - noch einmal persönlich die Örtlichkeit aufgeklärt und dank der beiden tatkräftigen jungen Frauen in der Bäckerei, die spontan weitere Kuchen gebacken hatten, hat es allen auch ohne Serviceleistung und Sonnenschirme gut gefallen.
Der kleine Fußweg vom Busparkplatz zum Krongut und zurück war bei den nun herrschenden Temperaturen für einige (trotz schattiger Wege) doch schon eine gewisse Herausforderung, aber alle haben es glücklich geschafft. Anschließend ging es zurück nach Luckenwalde und einige haben noch die kleine, aber feine Fußgängerzone besucht um dort ein Eis zu Essen. Lars hatte freundlicherweise einige dort direkt aussteigen lassen und die anderen zum Hotel gefahren.
Pünktlich um 18:30h startete nun wieder das Abendessen in der bekannten Büfettform, bestehend aus: Zwei Vorsuppen, zwei Hauptgerichten (diesmal Sauerbraten und/oder Königsberger Klopse) mit Gemüsebeilage und Salat sowie einem leckeren Nachtisch. Später am Abend haben Sonja und ich mit Hanna und Jaap auf unserem Zimmer noch ein paar Partien Rommé gespielt.
4. Tag
Erneut genossen wir ab 07:15h zunächst wieder das bekannt reichhaltige Frühstück, um dann um 09:00h wiederum unter Leitung des örtlichen Reiseleiters, Dietmar Bartsch, zu einer Rundfahrt durch die Mark Brandenburg zu starten. Heutiges Programm: Besichtigung Kloster Lehnin, Spargelessen auf dem Spargelhof Klaistow und Besichtigung der Stadt Brandenburg. Bevor aber Dietmar im Bus die Leitung übernahm, haben wir unser Geburtstagskind Angelika Graf hochleben lassen.
Dietmar wusste heute Morgen als erstes zu berichten, dass in einer Fabrik in Luckenwalde 1867 von Hermann Henschel der Pappteller erfunden wurde. Das Bächlein „Pfefferfließ“, dass wir überquerten, führte früher angeblich Wasser zum Betrieb einer Pfeffermühle. Auf der Fahrt durch die Mark Brandenburg erfuhren wir, dass die Bevölkerungsdichte in Brandenburg 87 Einwohner je km2 beträgt und Brandenburg damit nach Mecklenburg-Vorpommern, das am dünnsten besiedeltes Bundesland ist. In Brandenburg gibt es neben dem Spargelhof Klaistrow auch den Spargelhof Syring, der für seine Spargel- und Kürbispflanzen (Produktion von Kürbiskernen) bekannt ist. Beim Spargelanbau ist übrigens zu beachten, dass spätestens nach 7 Jahren das Feld gewechselt werden sollte.
Nun folgte die Besichtigung der Klosteranlage Lehnin mit der Kirche St. Marien. „Wo Marktgraf Otto einst den Hirsch im Traum erlegt, erwuchs das feste Kloster von Lehnin. Ein Zeugnis der Vergangenheit, ist diese Kirche St. Marien.“ Das Kloster Lehnin ist eine ehemalige Zisterzienserabtei im Ort Lehnin. Die Gemeinde Kloster Lehnin südwestlich von Potsdam ist nach dem Kloster benannt. Im Jahr 1180 gegründet und im Zuge der Reformation 1542 säkularisiert, beherbergt es seit 1911 das Luise-Henrietten-Stift. Das Kloster liegt im Zentrum der Hochfläche Zauche in Wald und wasserreicher Umgebung rund 700 Meter vom Klostersee entfernt. Neben seiner historischen kommt dem Kloster auch eine große kulturelle Bedeutung zu: Seine Kirche zählt zu den wichtigsten romanisch-gotischen Backsteinbauten in Brandenburg. Deren Rekonstruktion in den Jahren 1871–1877 gilt als frühe Glanzleistung der modernen Denkmalpflege. In den Altarstufen der Klosterkirche ist ein verkieselter Eichenblock eingelassen, der aus dieser Zeit stammen soll und als angeblicher Teil der „Eiche Ottos“ der Gründungslegende zugeschrieben wird. Dass die Mönche das Kloster in dieses eher unwirtliche Gelände hineinbauten, hatte einen Grund in der strengen, asketischen Lebensweise der Zisterzienser, die mit ihrer Carta Caritatis die ursprüngliche Strenge und die Regel „ora et labora“ des Benediktinerordens, von dem sie sich 1098 getrennt hatten, wiederherstellen wollten. Die Führung, die wir in zwei Gruppen außerhalb der Klosteranlage (mit dem Kornhaus, dem Getreidespeicher für Pachtabgaben, dem Kreuzgang, dem Königshaus etc.) und innerhalb der Kirche erhielten (holzgeschnitzter Flügelaltar, verschollene Bibliothek, verkieselter Eichenblock), war sehr eindrucksvoll.
Allerdings entstand bei mir in der Kirche der Eindruck einer gewissen Unordentlichkeit (Taufstein stand abseits neben Gerümpel, überdimensionierte Krippenfiguren standen scheinbar sinnlos herum, Lagerung von diversem Material etc. pp.). St. Marien erhält demnächst wohl eine neue Orgel, das dafür benötigte Holz (hinter einer Absperrung) gewöhnt sich in der Kirche schon einmal an das Klima. Dadurch wird der unordentliche Eindruck noch verstärkt.
Weiter ging es nach der Führung mit einer kurzen Fahrt im Bus nach Klaistow zum Spargelessen. Der Spargelhof Klaistow ist der größte im Land Brandenburg, dort haben wir sehr lecker Spargel gegessen. Unsere Getränke konnten wir wiederum aus der Gruppenkasse zahlen. Anschließend konnte jeder im Hofladen noch Dinge des täglichen Lebens erwerben. Einige machten davon sogar Gebrauch (Hanna L. – Erdbeeren)!
Nachdem wir den Spargelhof verließen, ging es nun an dem Naturpark Hoher Fläming vorbei. Er ist mit seinen 827km² das drittgrößte Großschutzgebiet im Bundesland Brandenburg. Brandenburg an der Havel (kurz Brandenburg, sorbisch Bramborska nad Habolu) ist eine kreisfreie Stadt im Land Brandenburg. Sie ist gemessen an den 74.113 Einwohnern die drittgrößte Stadt und gemessen an der Fläche die größte kreisfreie Stadt des Landes. Die an der Havel gelegene Stadt ist eines der vier Oberzentren des Landes. Brandenburg ist ein überregional bedeutender Hochschulstandort. Die Stadt ist insbesondere für ihr baukulturelles Erbe bekannt. Wegen ihrer langen Geschichte und aufgrund ihrer namensgebenden Rolle für das Land Brandenburg wird sie auch als „Wiege der Mark“ bezeichnet. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen und wegen einiger verkehrstechnischer Probleme im Stadtbereich, haben wir nur eine kurze Busrundfahrt (u.a. Rathenower Torturm, Dom) durch Brandenburg unternommen.
Bemerkenswert war dabei die Geschichte vom sog. Ehebrecherturm, der keine Türen und Fenster besaß und in dem nur Frauen eingesperrt wurden, denn nur sie wurden zur damaligen Zeit dessen beschuldigt. In Brandenburg lebte auch Johann Friedrich Andreas Bollmann, genannt Fritze Bollmann. Er war ein Barbier, der unfreiwillig von seiner Umgebung zum Original gemacht wurde. Beim Angeln im Domstreng, einem Nebenarm der Brandenburger Niederhavel an der Dom Insel Brandenburg, stürzte Bollmann aus dem Kahn, was er seinen Kunden erzählte. Daraufhin dichteten die Kinder, die ihn ohnehin ärgerten, ein Spottlied auf ihn. In Brandenburg gibt es tatsächlich Alleen mit Sumpfzypressen (einzigartig). Zum Abschluss besuchten einige von uns noch eine italienische Eisdiele direkt neben dem Fritze Bollmann Brunnen. In dieser haben Dietmar und ich kurzerhand aufgrund von Personalmangel den Service für einen Teil der Reisegruppe übernommen. Deshalb mussten wir die Rückfahrt nach Luckenwalde auch etwas verspätet antreten.
Dennoch erreichten wir das Hotel rechtzeitig gegen 17:35h. Das heutige Abendessen: Zwei Suppen (u.a. Soljanka), zwei Hauptgerichte (Fisch und/oder Kasseler) sowie alles bekannt Gute. Lilo hat sich im Namen der Reisegruppe bei mir und Sonja für die gute Betreuung bedankt und uns ein Geldgeschenk überreicht. Das ist unser Taschengeld für den kommenden Italien-Urlaub mit dem Wohnwagen. Danke!!!
Nach dem Abendessen hat der harte Kern der Reisegruppe noch einen Absacker an der Bar eingenommen um dann um 22:30h den Tag zu beschließen. Mein Kalauer des Abends: „Flippers Vater war Ranger“ (gemeint war natürlich der Vater von Sandy).
Rückfahrt
Frühstücksbeginn wie immer ab 07:15h und dann sind um 08.00h Sonja und ich zum nahegelegenen Bäcker gegangen, um dort für die Rückreise (Kaffeezeit) 40 Stücke Kuchen für uns zu erwerben (auch gezahlt aus der Gemeinschaftskasse). An der Hotel-Rezeption hatte ich einen Korb aufstellen lassen, damit darin jeder aus unserer Gruppe sein Trinkgeld für das Personal deponieren konnte.
Kurz vor 09:00h verabschiedete ich dann unsere Reisegruppe offiziell und der diensthabenden Rezeptionistin wurde im Namen aller für den schönen Aufenthalt gedankt. Dabei erfolgte die Übergabe des prall gefüllten Trinkgeldkorbes. Alle Reiseteilnehmer waren offensichtlich sehr zufrieden mit Unterbringung und Verpflegung gewesen. Rückreisestart dann um 09:00h zunächst noch direkt durch Potsdam (Umgehung Stau auf einer Autobahn) später dann direkt auf einer anderen Autobahn Richtung Berlin.
Zu Mittag gegessen haben wir dann auf der Raststätte Gudow direkt am Reisebus mit dem „Neubauer-4 Gänge Menü“ (Bockwurst, Senf, Brot und Gewürzgurke). Sehr lecker! Abschließend hat Lars dann noch ein Gruppenbild von uns gemacht (leider ohne Helga Reinke).
Noch auf der A 24 mussten Lars und ich uns dann entscheiden, welche Fahrstrecke wir nun Richtung Heimat wählen wollten. Autobahn 24 über Hamburg oder Autobahn 21 über Bad Segeberg. Wir entschieden uns spontan für die A21 über Bad Segeberg und damit für die Staustrecke über die B 404! Der Grund dafür war, dass die Autobahn 1 Fahrtrichtung Norden gesperrt war und alle nun die Umleitung über die B 404 wählten. Das brachte uns einen Zeitverlust von ca. 1 Stunde. Die nächste und letzte Pause machten wir dann an der komplett mit LKW verstopften Raststätte Hüttener Berge. Dort gab es Kaffee und den morgens besorgten Kuchen, der komplett aufgegessen wurde. Da es sehr warm war (ca. 30°), tranken allerdings nur wenige den von mir angebotenen, immer noch reichlich vorhandenen Fruchtsekt.
Nun begann die Letzte Etappe unserer Busreise mit meinem allgemeinen Fazit: Eine schöne Reise, mit vielen gemeinsamen Erlebnissen, einem souveränen Busfahrer Lars Kuhnert und einer Unterbringung in einem sehr guten Hotel mit bestem Service und hervorragendem Essen. Es folgte der Dank an Lars Kuhnert, unserem Busfahrer und die Übergabe unseres Geldgeschenkes. Zum Abschluss konnten wir Lars dann noch von unseren Sangeskünsten beim gemeinsamen Singen unseres AWO-Liedes überzeugen. Um 17:30h in Harrislee und um 18:00h am Betriebshof von Neubauer Touristik endete unsere schöne Reise „Rund um Havel und Spree mit der AWO Harrislee“.
Abschließend sei noch erwähnt, dass in unserer Gruppenkasse 400,00 € übriggeblieben waren. Diesen Betrag haben wir mit einem mehrheitlichen Beschluss für die Benefiz-Veranstaltung „Gemeinsam gegen Kinderarmut“ gespendet. Dankeschön im Namen der Organisatoren der Veranstaltung!
Euer Willy
Reisebericht „Malerische Uckermark“ 2024
Für dieses Jahr hatte sich der Vorstand für eine 5-tägige Busreise unter dem Motto „Malerische Uckermark“ entschieden.
Die Reise begann an einem Samstag im September bei bestem Reisewetter am Neubauer Betriebshof in Flensburg. Nachdem wir weitere AWO-Mitglieder in Harrislee am Albertinenstift aufgenommen hatten, starteten insgesamt 43 Reisegäste mit unserem Busfahrer Marco, gut gelaunt und unternehmungslustig in Richtung Uckermark.
Auf dem Rastplatz Schöneberger Land (A 20) haben wir am Bus ein zweites Frühstück in Form von leckeren Baguettes und einer guten Tasse Kaffee eingenommen. Danach machten wir uns auf, um in der Ortschaft Kussow (bei Boltenhagen) ein zwischen 1996 und 1998 entstandenes Freilicht-Museum, ein Steinzeitdorf, zu besuchen. Die dort tätigen Personen waren zwar sehr bemüht und es waren bei ca. 34° Außentemperatur ausreichend Sitzgelegenheiten im Schatten vorhanden, doch der Besuch war nicht lohnend, denn das Steinzeitdorf wirkte insgesamt leider ungepflegt und vernachlässigt. Auf eine Reisegruppe mit 43 Personen war man dort nicht eingestellt und daraus resultierend, dauerte der Aufenthalt dort zu lange (3 Stunden). Die Bratwurst, die wir wie Stockbrot über einem Holzkohlefeuer selbst brieten, war aber lecker.
Danach zog sich die Anreise bis zu unserem Zielort doch recht lange hin und wir erreichten unser Ahorn Seehotel in Templin schließlich gegen 18:15 Uhr. Nach einem leckeren Abendbrot in Form eines Büfetts sanken viele erschöpft in ihre „Kojen“.
Am nächsten Tag starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück unter Leitung des örtlichen Reiseleiters Knut zu einer Rundfahrt durch die Uckermark. Wir besuchten die Stadt Angermünde und anschließend das Schiffshebewerk Niederfinow. Dort nahmen wir in einem Gasthof eine kleine Mahlzeit ein. Dann besuchten wir Schloss Boizenburg und dem zugehörigen Marstall, in dem eine Brauerei und ein Café untergebracht waren. Hier war nun wohl für jeden Geschmack etwas zu finden. Die Uckermark ist weitläufig und dünn besiedelt und verfügt über sehr viel Buchenwälder und zahlreiche Seen. Da sich das Laub der Bäume bereits herbstlich färbte und wir noch ein herrliches Sommerwetter hatten, konnten wir die Uckermark tatsächlich malerisch auf uns wirken lassen und unser Reiseleiter „fütterte“ uns nebenbei mit seinem umfangreichen Wissen über die Region und Ihre Geschichte.
Am folgenden Tag starteten wir wiederum mit Knut zur Rundfahrt „Mecklenburgische Seenplatte“. Zunächst wurde das Schloss Rheinsberg besichtigt und wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark.
Leider setzte dann Regen ein und wir fuhren weiter nach Röbel. Dort wurde ein Fahrgastschiff bestiegen, um damit eine zweistündige 3-Seen-Rundfahrt nach Waren an der Müritz zu unternehmen. An Bord des Fahrgastschiffes konnte – wer wollte - eine kleine Mahlzeit einnehmen. Leider gab es aufgrund des anhaltenden Regenwetters nicht so viel zu sehen. In Waren angekommen, verzichtete die Reisegruppe aufgrund des anhaltenden Regens dann auch auf den geplanten Stadtbummel. Auf der Rückfahrt nach Templin, ließ der Reiseleiter aber noch eine spontane Busrundfahrt durch Neustrelitz einlegen. Gegen späten Nachmittag erreichten wir unser Hotel.
Für den folgenden Tag hatten wir einen Ruhetag eingeplant. Dieser wurde vormittags zur individuellen Gestaltung (z.B. Minigolf spielen, Stadtbesichtigung in Templin etc.) genutzt. Für den Nachmittag hatte ich ein Bingo-Spiel geplant. Leider war es dem Hotel unverständlicherweise nicht möglich, uns hierfür einen geeigneten Raum kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Spontan bot aber unser Busfahrer Marco an, für das Bingo Spielen den Reisebus zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und es verbrachten 38 Spieler einen äußerst vergnüglichen Nachmittag im „Bingo-Bus“. Unser besonderer Dank gilt Marco Rohr für die Bereitstellung des Reisebusses.
Am Rückreisetag hatte ich in Plau am See noch eine zweistündige 3 Seen-Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff Stadt Plau gebucht. Im Anschluss konnte an einem nahe gelegenem Fischbistro noch ein leckeres, frisches Fischbrötchen in verschiedenen Variationen eingenommen werden. Danach begaben wir uns gestärkt auf direktem Wege auf die Heimreise.
Unsere gemeinsame Urlaubsfahrt konnte schließlich ohne Zwischenfälle zu einer angemessenen Zeit in Harrislee bzw. Flensburg beendet werden.
Alle waren sich schlussendlich einig, dass wir eine schöne gemeinsame Zeit verbracht haben und stets für unser leibliches Wohl gesorgt war.
Bleib gesund und genießt die kommende Zeit, ich hoffe, dass wir uns demnächst bei einer AWO-Veranstaltung sehen werden.
Ihr und Euer
Willy
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